Bei der ästhetischen Beurteilung der Nase lasse ich den Atemweg nicht außen vor. Die zentrale Frage der funktionellen Rhinoplastik ist, welche Struktur die Atembehinderung verursacht und wie die ästhetische Planung diese Struktur beeinflusst.
Das Septum ist die Trennwand zwischen den Nasenhöhlen. Die Nasenklappen sind für den Luftstrom entscheidende Engstellen. Dort können eine feste Verengung oder ein Einwärtsbewegen beim Einatmen vorliegen. Auch Nasenmuscheln und Schleimhaut beeinflussen den Atemweg. Probleme dieser Strukturen können gleichzeitig bestehen.
Eine sichtbare Septumabweichung bedeutet nicht, dass sämtliche Beschwerden ausschließlich dadurch verursacht werden. Bei der Untersuchung werden Ort, zeitlicher Verlauf und Begleitbefunde der Behinderung beurteilt. Darauf sollte die Operationsentscheidung aufbauen.
Wichtig ist, ob die Beschwerden ein- oder beidseitig, dauerhaft oder wechselnd auftreten und ob sie mit einem Trauma oder einer früheren Operation zusammenhängen. Bisherige Behandlungen und Eingriffe werden ebenfalls berücksichtigt. Bei Bedarf wird die Untersuchung des Naseninneren durch weitere Untersuchungen ergänzt.
Fotos sind für die ästhetische Analyse wertvoll. Ein dynamisches Nasenklappenproblem lässt sich allein anhand eines Fotos jedoch nicht zuverlässig beurteilen. Auch die Stellungnahme der AAO-HNS zu den Nasenklappen betont Anamnese und klinische Untersuchung. Sie dient hier als ergänzende fachliche Quelle für die funktionellen Unterscheidungen. [4]
Nasenbänder und benachbarte Knorpelbereiche sind keine passiven Gewebe unter der ästhetischen Oberfläche. In unserer Arbeit von 2012 behandelten wir auch die Beziehung zwischen dem Umgang mit der Scroll-Region und der inneren Nasenklappe. Dies ist einer der Gründe, warum ich Präparation und Funktion nicht getrennt betrachte. [1]
Ein funktioneller Ansatz zielt nicht allein auf eine Erweiterung ab. Auch der Stützbedarf und mögliche Auswirkungen einer Formveränderung auf den Atemweg müssen beurteilt werden. Dieselbe Technik kann je nach Anatomie unterschiedlich eingesetzt werden.
Im Übergangsbereich zwischen seitlicher Nasenwand und Spitzenknorpeln treffen Gewebehülle und Stützbeziehungen zusammen. Unser gemeinsamer Artikel zum Scroll Flap beschreibt eine Technik, die den Umgang mit diesem Gewebe unter ästhetischen, funktionellen und heilungsbezogenen Gesichtspunkten betrachtet. [2]
Dass eine Technik mit diesen Zielen entwickelt wurde, bedeutet nicht, dass sie bei allen Patienten dasselbe funktionelle Ergebnis erzielt. Deshalb ersetzt eine publizierte Technik für mich keine Untersuchung. Für den Patienten zählt, warum der vorgeschlagene Eingriff zu seinem konkreten Atemwegsproblem passt.
Die Nase bewegt sich mit dem Gesicht. Veränderungen beim Lächeln können Beziehungen sichtbar machen, die auf einem unbewegten Foto fehlen. Die Studie zum Musculus levator labii alaeque nasi und zur dorsalen Septumabweichung, an der ich als Mitautor beteiligt war, behandelt den Einfluss der Muskulatur auf die Analyse einer Abweichung. [3]
Deshalb sind nicht nur eine gemessene Mittellinie, sondern auch Gesichtsbewegung und persönliche Beschwerden wichtig. Das Ausmaß einer sichtbaren Abweichung und das Ausmaß der Atembeschwerden müssen nicht übereinstimmen.
Maßnahmen am Septum, Stützen der Nasenklappen und Behandlungen der Nasenmuscheln richten sich gegen unterschiedliche Probleme. Eine Maßnahme löst nicht automatisch die andere. Die AAO-HNS weist ebenfalls darauf hin, dass Septum- oder Nasenmuschelchirurgie eine erforderliche Nasenklappenrekonstruktion nicht ersetzt. [4]
Im Gespräch beschreibe ich ästhetische und funktionelle Ziele zunächst getrennt und erkläre anschließend ihre Verbindung im gemeinsamen Plan. Dazu gehört auch, dass eine Behinderung nichtchirurgische Ursachen haben kann und nicht jede Beschwerde durch Rhinoplastik lösbar ist.
Über die folgenden Links erreichen Sie die entsprechenden Publikationen und Buchkapitel. Die Aussagekraft der Studien und die Eignung einer Technik sind für jeden Patienten individuell zu beurteilen.
Barış Çakır und Kollegen · wissenschaftlicher Fachartikel
Valerio Finocchi, Fernando Nakamura, Barış Çakır, Helena Hotz Arroyo Ramos · gemeinsam verfasster Fachartikel
Ali Teoman Tellioğlu, Hülda Rifat Özakpınar, Barış Çakır, İbrahim Tekdemir · gemeinsam verfasster Fachartikel
American Academy of Otolaryngology–Head and Neck Surgery · ergänzende fachliche Quelle
Der Behandlungsplan berücksichtigt Ihre Nasenanatomie, mögliche Atembeschwerden und Ihre Erwartungen gemeinsam.
Häufige Fragen zur funktionellen Rhinoplastik.
Die Septumplastik behandelt das Septum. Die funktionelle Rhinoplastik kann weitere Strukturen wie äußere Stützen und Nasenklappen einbeziehen. Bei Bedarf werden beide gemeinsam geplant.
Ja. Probleme innerer Strukturen oder der beim Atmen veränderlichen Seitenwandstütze sind äußerlich möglicherweise nicht erkennbar. Ein Außenfoto ersetzt keine Untersuchung des Naseninneren.
Fotos können eine erste Einschätzung unterstützen. Für die Beurteilung der Nasenklappenbewegung, des Naseninneren und der Beschwerdeursache ist jedoch eine klinische Untersuchung nötig. Der endgültige funktionelle Plan sollte nicht allein auf Fotos beruhen.
Nein. Das Ansprechen auf Medikamente allein ist keine Operationsindikation. Schleimhautprobleme, strukturelle Engstellen und andere Ursachen müssen abgeklärt werden. Ein strukturelles Klappenproblem wird anders behandelt als entzündliche oder allergische Beschwerden.
In geeigneten Fällen lassen sich beide Ziele in denselben Operationsplan aufnehmen. Zunächst müssen die Ursache der Atembeschwerden und die Beziehung der geplanten ästhetischen Veränderungen zu diesen Strukturen geklärt werden.
Nein. Gewebeerhalt beseitigt eine vorhandene Engstelle nicht automatisch. Das funktionelle Problem erfordert eine eigene Beurteilung und einen begründeten Behandlungsplan.
Ja. Vorheriger Eingriff, Heilungsstand, vorhandene Stützen und innere Nasenstrukturen werden gemeinsam untersucht. Ohne Ursachenklärung lediglich eine weitere ästhetische Veränderung zu planen, reicht nicht aus.
Berücksichtigt werden die Veränderung der Beschwerden, die Untersuchungsbefunde und gegebenenfalls weitere funktionelle Untersuchungen. Ein einzelnes Foto oder ästhetisches Maß bildet die Nasenatmung nicht vollständig ab.
Sie können Informationen zu einem Beratungsgespräch einholen, um Ihre persönlichen Erwartungen und Möglichkeiten zu erörtern.