Bei einer Revisionsrhinoplastik betrachte ich nicht nur die gewünschte Formveränderung. Entscheidend ist, welches Gewebe diese Form trägt, welche Stützen nach der früheren Operation verblieben sind und wie die Heilung die Strukturen beeinflusst hat.
Die frühere Operation kann Knorpelmenge, Gewebeschichten, Bandbeziehungen und das Verhalten der Hautbedeckung verändert haben. Deshalb kann dasselbe äußere Erscheinungsbild einen anderen chirurgischen Bedarf bedeuten als bei einer noch nicht operierten Nase.
Im Gespräch höre ich zunächst, welches Problem den Patienten belastet. Aussehen, Asymmetrie, Spitzenstütze und Atembeschwerden sollten einzeln beschrieben werden. Neben möglichen Veränderungen müssen auch die durch das Gewebe gesetzten Grenzen erklärt werden.
Im Kapitel „Secondary Rhinoplasty“ der zweiten Auflage meines Buches „Aesthetic Septorhinoplasty“ behandle ich, wie sich der Knorpelstützbedarf bei Revisionen unterscheiden kann. Wurde Septumknorpel bei der früheren Operation verwendet, beeinflusst dies die verfügbaren Ressourcen für den neuen Plan. [1]
Deshalb halte ich pauschale Aussagen wie „Bei einer Revision braucht man immer Rippenknorpel“ oder „Es sind nie Transplantate nötig“ nicht für angemessen. Der Bedarf ergibt sich aus dem fehlenden Stützvolumen und den vorhandenen Ressourcen. Jede gewählte Gewebequelle erfordert zudem eine eigene Beurteilung.
Bei einer Revision ist die Qualität der Gewebehülle ebenso wichtig wie das tragende Gerüst. Hautdicke, frühere Narben und die Verbindung der Gewebe untereinander beeinflussen, wie eine Veränderung nach außen sichtbar wird. Mehr Formveränderung bedeutet nicht automatisch eine bessere Oberfläche.
Unsere Publikation von 2021 zu Präparationsebenen und Weichgewebemanagement behandelt die unterschiedlichen Gewebeschichten der Rhinoplastik. Auch bei Revisionen ist es wichtig zu verstehen, in welcher Ebene sich ein Gewebe befindet und welche Beziehungen es besitzt. Man darf nicht voraussetzen, dass frühere Gewebeverhältnisse unverändert geblieben sind. [2]
Eine kleine Unregelmäßigkeit am Rücken und ein deutlicher Stützverlust an der Spitze führen zu unterschiedlichen Zielen. Eine Oberfläche zu kaschieren ist nicht dasselbe wie die darunterliegende Stütze wiederherzustellen. Zunächst wird geklärt, ob das Problem die Oberfläche, das Gerüst oder beides betrifft.
Die Arbeit über Knochenstaub und zerkleinerten Knorpel, an der ich als Mitautor beteiligt war, beschreibt eine Technik zur Gestaltung des Nasenrückens. Solche Mittel sind Optionen für bestimmte Ziele und keine alleinige Lösung für sämtliche Revisionsprobleme. [3]
Die Ursache einer nach der früheren Operation entstandenen oder fortbestehenden Behinderung muss beurteilt werden. Septum, Seitenwandstütze, Nasenklappen und innere Nasengewebe können unterschiedlich beitragen. Eine reine Veränderung des Aussehens beseitigt die funktionelle Ursache möglicherweise nicht.
Deshalb beschreibe ich bei der Revisionsberatung ästhetische und funktionelle Ziele gemeinsam, aber jeweils gesondert. Nach den notwendigen Untersuchungen besprechen wir, welches Problem chirurgisch behandelbar ist und welche Erwartungen realistisch sind.
Nicht jede nach der Operation sichtbare Asymmetrie ist dauerhaft. Schwellung und Gewebereifung können eine frühe Beurteilung erschweren. Bei bestimmten Beschwerden kann jedoch eine Untersuchung sinnvoll sein, statt nur abzuwarten. Der Zeitpunkt wird anhand dieser Unterscheidung festgelegt.
Eine Revision soll die frühere Operation nicht ungeschehen machen, sondern realistische Veränderungen mit dem vorhandenen Gewebe ermöglichen. Frühere Berichte und Fotos können helfen; entscheidend ist die aktuelle Untersuchung. Vollständige Symmetrie, Perfektion oder der Ausschluss weiterer Operationen lassen sich nicht zusichern.
Über die folgenden Links erreichen Sie die entsprechenden Publikationen und Buchkapitel. Die Aussagekraft der Studien und die Eignung einer Technik sind für jeden Patienten individuell zu beurteilen.
Barış Çakır · Buchkapitel, S. 649–693
Barış Çakır und Kollegen · gemeinsam verfasster Fachartikel
Ali Rıza Öreroğlu, Barış Çakır, Mithat Akan · gemeinsam verfasster Fachartikel
Der Behandlungsplan berücksichtigt Ihre Nasenanatomie, mögliche Atembeschwerden und Ihre Erwartungen gemeinsam.
Häufige Fragen zur Revisionsrhinoplastik.
Gewebereifung und Art des Problems werden gemeinsam beurteilt. Eine einheitliche Wartezeit lässt sich nicht aus der Ferne für alle Patienten festlegen. Bei neuen oder deutlichen Beschwerden sollte die Untersuchung nicht aufgeschoben werden; sprechen Sie mit Ihrem Chirurgen.
Nein. Stützbedarf und vorhandene Ressourcen wie Septumknorpel werden untersucht. Rippenknorpel kann in bestimmten Situationen hilfreich sein. Ob er benötigt wird, ergibt sich aus Untersuchung und Operationsplan.
Nicht jede kleine Abweichung erfordert eine Operation. Ursache, Heilungsphase, persönliche Beeinträchtigung und die Belastung eines weiteren Eingriffs sollten gemeinsam besprochen werden.
Ja, aber die Zahl allein bestimmt weder den Schwierigkeitsgrad noch die Möglichkeiten. Umfang der früheren Eingriffe und Zustand der vorhandenen Gewebe und Stützen müssen genauer beurteilt werden.
Vorhandene Operationsberichte, frühere Fotos und Angaben zu den Eingriffen unterstützen die Beurteilung. Auch wenn Unterlagen fehlen, bleibt die aktuelle Untersuchung entscheidend.
Das hängt davon ab, ob erhaltungsfähige Strukturen vorhanden sind. Die frühere Operation kann bestimmte Beziehungen verändert haben. In manchen Bereichen ist Erhaltung möglich, in anderen eine strukturelle Neuordnung erforderlich.
Nach entsprechender Beurteilung können beide Ziele in denselben Plan aufgenommen werden. Zuerst müssen die Ursache der Behinderung und die Beziehung der ästhetischen Veränderungen zum Atemweg geklärt werden.
Nein. Frühere Operationen, Gewebeeigenschaften und individuelle Heilungsunterschiede begrenzen das Ergebnis. Ziel des Gesprächs ist es, erreichbare Ziele und Unsicherheiten klar zu benennen.
Sie können Informationen zu einem Beratungsgespräch einholen, um Ihre persönlichen Erwartungen und Möglichkeiten zu erörtern.