Unter jeder sichtbaren Linie der Nasenoberfläche liegt eine tragende Struktur. Strukturelle Rhinoplastik bedeutet für mich, fehlende Unterstützung zu erkennen und Form und Stabilität gemeinsam zu planen.
Die strukturelle Rhinoplastik soll die Stützbeziehungen des knöchernen und knorpeligen Nasengerüsts ordnen. Das bedeutet nicht, jedem Patienten dieselbe Anzahl an Transplantaten einzusetzen. Wo vorhandene Strukturen ausreichen, werden sie genutzt; wo sie nicht ausreichen, muss Unterstützung geschaffen werden.
Die Nasenform von vorne, von der Seite und von unten ist nicht unabhängig voneinander. Spitzenposition, Flügelbalance und Breite des mittleren Gewölbes sind verschiedene Ansichten desselben tragenden Systems. Deshalb beschränke ich die Planung nicht auf die Profillinie.
In unserer 2013 veröffentlichten Arbeit zur Oberflächenästhetik analysierten wir die Nasenoberfläche mit Polygonen. Anstatt die Form nur mit allgemeinen Begriffen wie „Höcker“ oder „hängende Spitze“ zu beschreiben, hilft mir diese Analyse, genauer zu bestimmen, welche Fläche wie verändert werden soll. [1]
Um einen Schatten an der Oberfläche zu verändern, muss nicht immer Gewebe aus diesem Bereich entfernt werden. Eine veränderte Ausrichtung oder Unterstützung des darunterliegenden Knorpels kann ebenfalls die Oberfläche verändern. Der Operationsplan soll das sichtbare Problem mit seiner anatomischen Ursache verknüpfen.
Eine definierte Nasenspitze ist nicht gleichbedeutend mit einer spitzen Form. Beide Seiten der Spitze, der Flügelrand, die Columella und der Übergang zum Rücken bilden eine Einheit. Wird ein Punkt verstärkt, muss die Balance der benachbarten Bereiche berücksichtigt werden.
Unsere Arbeit „Surface Aesthetics in Tip Rhinoplasty“ betrachtet die Spitzenoberfläche zusammen mit Knorpelpositionen und Stütztechniken. Für mich trägt der Polygon-Ansatz zur strukturellen Chirurgie bei, indem er zeigt, welche anatomische Anordnung die angestrebte Oberfläche tragen soll. [2]
Knorpeltransplantate sind wichtige Hilfsmittel. Auch Nähte, die Neupositionierung vorhandenen Knorpels und Weichgewebebeziehungen können zum Stützkonzept beitragen. Die Lage des Problems und die Qualität des vorhandenen Gewebes bestimmen die Auswahl.
Die gemeinsam mit Alper Eskalen veröffentlichte Arbeit zur Neo-interdomal-Bandnaht zeigt beispielhaft das Zusammenspiel von Naht und Weichgewebe bei der Spitzenstütze. Diese retrospektive technische Serie beschreibt einen bestimmten Ansatz. Sie belegt weder einen Ersatz für Transplantate bei jeder Nase noch eine generelle Überlegenheit gegenüber anderen Methoden. [3]
Ob eine Nase natürlich wirkt, beurteile ich vor allem anhand ihrer Beziehung zum übrigen Gesicht und nicht anhand der Technikbezeichnung. Die Balance zwischen Stirn, Lippen, Kinn und Nasenspitze ist entscheidend. Eine strukturelle Stütze muss kein hartes Erscheinungsbild erzeugen. Sie soll die gewünschte Form tragen, ohne selbst sichtbar zu werden.
Hautdicke und Stärke des vorhandenen Knorpels gehören ebenfalls zum Plan. Unter dünner Haut können kleine Unregelmäßigkeiten deutlicher sichtbar sein; bei einer dickeren Gewebehülle überträgt sich die Form anders nach außen. Diese Merkmale werden gemeinsam besprochen.
Strukturelle und erhaltende Techniken sind keine zwei starren Kategorien, die vor der Operation gewählt werden und danach unveränderbar bleiben. Bei einer Nase kann der Rücken erhalten und die Spitzenstütze neu geordnet werden. Bei einer anderen wird ein Bereich rekonstruiert, während der Banderhalt Vorrang erhält.
Im Mittelpunkt meines Plans steht daher die anatomische Begründung. Wo zusätzliche Unterstützung erforderlich ist, wo vorhandene Strukturen ausreichen und welche Grenzen eine Veränderung hat, sollte ebenso sorgfältig erklärt werden wie die Operation selbst.
Über die folgenden Links erreichen Sie die entsprechenden Publikationen und Buchkapitel. Die Aussagekraft der Studien und die Eignung einer Technik sind für jeden Patienten individuell zu beurteilen.
Barış Çakır, Teoman Doğan, Ali Rıza Öreroğlu, Rollin K. Daniel · gemeinsam verfasster Fachartikel
Barış Çakır, Ali Rıza Öreroğlu, Rollin K. Daniel · gemeinsam verfasster Fachartikel
Alper Eskalen und Barış Çakır · gemeinsam verfasster Fachartikel
Der Behandlungsplan berücksichtigt Ihre Nasenanatomie, mögliche Atembeschwerden und Ihre Erwartungen gemeinsam.
Häufige Fragen zur strukturellen Rhinoplastik.
Sie beschreibt einen Ansatz, bei dem die tragenden Knochen- und Knorpelbeziehungen geordnet und bei Bedarf Stützen rekonstruiert werden. Es handelt sich nicht um einen einzigen, bei allen Patienten identischen Eingriff.
Nein. Der Stützbedarf, vorhandener Septumknorpel und frühere Operationen werden beurteilt. Rippenknorpel kann eine Möglichkeit sein, ist aber nicht die einzige oder zwingende Option.
Ein Transplantat allein bestimmt das Erscheinungsbild nicht. Lage, Größe, Nachbarstrukturen und Hautbedeckung sind wichtig. Angestrebt werden eine zum Gesicht passende Form und ausreichende Unterstützung.
Ja. Offen oder geschlossen bezeichnet den Zugang. Über welchen Weg die Stützen eingesetzt werden, hängt von Anatomie, geplanten Maßnahmen und chirurgischer Beurteilung ab.
Polygone dienen der Oberflächenanalyse und Planung. Strukturelle Techniken sind chirurgische Mittel, um das geplante Ziel zu erreichen. Analyse und Umsetzung ergänzen einander.
Nein. Auch der Umgang mit vorhandenem Knorpel, Nahttechniken und Weichgewebebeziehungen können beitragen. Welche Mittel ausreichen, richtet sich nach der individuellen Anatomie.
Wenn die für den Atemweg wichtigen Strukturen untersucht und in den Plan einbezogen werden, kann sie auch diesem Ziel dienen. Ursache und Behandlung einer Atemstörung lassen sich jedoch nicht allein aus der äußeren Nasenform ableiten.
Es gibt keine unabhängig vom Patienten überlegene Methode. Manche Bereiche erfordern Erhaltung, andere Rekonstruktion. Innerhalb derselben Operation können beide Ansätze kombiniert werden.
Sie können Informationen zu einem Beratungsgespräch einholen, um Ihre persönlichen Erwartungen und Möglichkeiten zu erörtern.